Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit.

Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor
die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die
in den Tempel gingen.

Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um
ein Almosen.

Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!

Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge.

Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im
Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!

Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße
und Knöchel fest,

er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang
umher und lobte Gott.

Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben.

Apostelgeschichte Kapitel 3, Verse 1-9

Fotos: U. Merkel


Kirchentag im Erzgebirge - das Motto
Informationen von Pfarrer Karsten Loderstädt, Annaberg-Buchholz
"....was wir geben können..."
"Was kann ich für sie tun?" Hinter dieser Frage steht das Geschäft mit der Dienstleistung. Wenn ich nehme, habe ich dafür etwas zu geben. Leistung fordert Gegenleistung. Zum Schluss wird abgerechnet. Die Chipkarte eingelesen, eröffnet den Handlungsspielraum des Helfers.

Selbstverständlich wird diese Struktur auch durch ein hohes ehrenamtliches Engagement für das Gemeinwohl der Gesellschaft durchkreuzt. Vielleicht hängt die noch vorhandene Menschlichkeit in Stadt und Land entscheidend an diesem Tropf?!

Was wir als Kirche geben können, mündet wie ein vielarmiges Flussdelta in die Gesellschaft ein. Manches versickert auch - um beim Bild zu bleiben. Kirche versucht Menschen zu erreichen, die in besonderer Weise bedürftig sind.

Diakonische, seelsorgerliche Arbeit an Kindern, Kranken, Arbeitssuchenden, an Außenseitern, Gestrandeten, Gebeugten, an alten, behinderten Menschen betrifft bei weitem nicht den gesamten Einsatz. Die Bildungs- und Erziehungsverantwortung sei genannt und erinnert an die Aufgabe, Traditionen und Werte des christlichen Abendlandes zu beleben und ihre Inhalte zu vergegenwärtigen. Hinter allem steht die biblische Beauftragung sowie die empfangene Kraft aus der Gotteswirklichkeit im Leben eines Christen.

Es gilt neben mannigfachen Aufgaben vorrangig, dem Mitmenschen Halt und Hoffnung zu geben.

Wir leben offensichtlich im Blick auf Mitmenschlichkeit und Opferbereitschaft in einer instabilen Epoche der Weltgeschichte. Ein hohes Sicherheitsbedürfnis verschließt die Tür zum Anderen. Kein Risiko. Selber zu sehen, wo man bleibt. Effizienz zählt. Zeit ist Geld.

Kirche schöpft die Stärke zum Dienen aus der Stärkung durch ihren Herrn. Weil Gott der Geber unendlich reicher Lebensmöglichkeiten ist und bleibt, deshalb wollen und sollen wir diesen Potential teilen.

In den Berichten über das Leben der christlichen Gemeinden des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung findet sich eine Begebenheit, die in unfassbarer Weise das Schema bezahlter Dienstleistung durchbricht.

Ein bedürftiger Mensch bettelt um Zuwendungen. Er kann nicht laufen. Da wird ihm gesagt, dass weder Gold noch Silber in seinem Hut landen werden. Denn die, die ihm helfen wollen sind selbst arm wie die Kirchenmäuse. Aber was sie ihm geben können, ist menschliche Nähe. Sie bringen ihn mit der Hoffnung in Berührung. Sie bitten Gott, diesen Mann, der am Boden ist, aufzurichten. Selbst wollen sie mithelfen. Nicht mehr und nicht weniger können die Apostel bewerkstelligen.

Im grenzenlosen Gottvertrauen sprechen sie ihm Mut zu. Steh auf!
Das ist, was wir weitergeben wollen, weil wir's doch selbst erfahren durften.
Aufstehen gegen lähmende Angst, gegen bedrückende Gleichgültigkeit, aufstehen gegen hüpfende Oberflächlichkeit, gegen schreiende Ungerechtigkeit, gegen kalte Unmenschlichkeit.

"Was wir geben können", dass wollen wir an und mit diesem zeitlichen und örtlichen Konzentrationspunkt "Kirchentag Erzgebirge" veranschaulichen. Dass wir einander ehrlich im Blick haben und dann fragen "Was kann ich für dich tun?" Vielleicht antwortet einer: "Ja, was bietest du denn an?" Dann sei er herzlichst willkommen, mit uns die Möglichkeiten zu entdecken. Es wird segensreich sein, so wahr uns Gott hilft.


Der SOUND zum Regionalen Kirchentag hier als kostenloser Download; eine Aufnahme
mit dem Jugend- und Gospelchor der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Frankenberg.
http://www.pidelta.de/oxe/RKE/4.html

Das Lied zum Thema können Sie hier als Notenbild herunterladen (PDF 820 KB).

Außerdem finden Sie es unter Rubrik "Aktuelles".

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